Online-Umfrage

Hallo Sportsfreund/in!

im Rahmen meiner Masterarbeit im Studiengang Sportmanagement am Institut für Sportwissenschaften der Friedrich-Schiller Universität Jena führe ich eine Online-Umfrage durch. Ich würde mich freuen, wenn Ihr teilnimmt. Länger als 7 Minuten dauert es nicht.

Thematisch geht es um die Schwerpunkte “Stadion” und “Fußball”.
Aus taktischen Gründen verrate ich das konkrete Thema erst am Ende der Umfrage.

Und hier der Link:

https://docs.google.com/forms/d/1IOTi3o9Tp8N7LTD6FtN7M8Xi_hVz2USNaSlH6BX0esA/viewform

Lakic-Rückkehr: 12 Gründe, warum er einschlägt – und warum nicht

Jetzt ist es offiziell: Srdjan Lakic kehrt zurück zum FCK.
12 Gründe, warum er einschlägt – und warum nicht.

1. Lakic schlägt ein, weil … er etwas gut machen will. Die „Foto-Aktion“ bezeichnet er heute als „das einzige, was ich in meiner Karriere bereue“. Lakic ballert uns mit einer Menge im Wut im Bauch zum Aufstieg.

2. Lakic schlägt nicht ein, weil … ihm die passenden Mitspieler fehlen. In den erfolgreichen drei Jahren beim FCK profitierte Srdjan Lakic – neben seiner individuellen Klasse – auch von hochklassigen Vorbereitern in den Reihen des FCK: Ilicevic, Sam, Moravek, Tiffert. Dem FCK fehlt es aktuell an herausragenden Vorbereitern.

3. Lakic schlägt ein, weil … er keine Eingewöhnungszeit benötigt. Er kennt den Verein und das Umfeld. Oft entscheiden gerade diese weichen Faktoren über Erfolg und Misserfolg.

4. Lakic schlägt nicht ein, weil … er das Mannschaftsgefüge durcheinander bringt. Mit Lakic stehen nun sechs nominelle Stürmer im Kader. Auch unter Berücksichtung der Verletzung von Simon Zoller, existiert ein Überangebot im Sturm. Lakic war nicht mit im Trainingslager – und könnte trotzdem von Anfang an gesetzt sein. Hier wird der Psychologe Runjaic gefragt sein.

5. Lakic schlägt ein, weil … er für die zweite Liga viel zu gut ist. Punkt.

6. Lakic schlägt nicht ein, weil … weil er das grenzenlose Vertrauen braucht – und es nicht hat. Damals war Lakic der unangefochtene Nr.1-Stürmer. Er konnte sich schlechte Spiele erlauben und sich trotzdem sicher sein, zu spielen. Das gab ihm den nötigen Rückhalt und die Sicherheit. In der jetzigen Situation herrscht Konkurrenzdruck. Trifft er nicht, wird ein anderer seinen Platz in der Startformation einnehmen.

7. Lakic schlägt ein, weil … der Knoten platzt. Bei seinen letzten drei Stationen – Wolfsburg,Hoffenheim und Frankfurt – kam er nie über die Reservistenrolle hinaus. Auch deswegen, weil ihm immer noch teurere Neueinkäufe vor die Nase gesetzt wurden. Er hatte nie die Chance, sich zu etablieren. Jetzt will er es an alter Wirkungsstätte allen zeigen.

8. Lakic schlägt nicht ein, weil … er bei einem Teil der Anhängerschaft seinen Kredit verbraucht hat. Einige Fans sehen in ihm das Sinnbild eines Söldners.

9. Lakic schlägt ein, weil … die Rückkehr eines ehemaligen „Helden“ eine Euphorie entfacht. Die Unterstützung von den Rängen wird im Aufstiegskampf benötigt – besonders um die letzten beiden Heimpleiten vergessen zu machen.

10. Lakic schlägt nicht ein, weil … es ihm an Spielpraxis mangelt. Seit seinem Abschied aus Kaiserslautern hat er wettbewerbsübergreifend gerade einmal 25 Spiele von Anfang an bestritten. Und das in 2 ½ Spielzeiten.

11. Lakic schlägt ein, weil … er zur WM will. Kroatien ist für die WM qualifiziert. Um doch noch in allerletzter Sekunden auf den WM-Zug aufzuspringen, braucht Lakic Spielpraxis und vor allem Tore.

12. Lakic schlägt ein, weil … deswegen: https://www.youtube.com/watch?v=pZvRx3WvXSA

Die Akte SZ – Zukunftsszenarien

Endlich gibt’s Stoff, um das Winterloch zu füllen.
Simon Zoller “SZ” für 6 Millionen zum FC Fulham?
Erinnert ein wenig an das Trapp’sche, Ilicevic’csche, Lakic’cschcschecsche Dilemma.
FCK-Anhänger werden sich erinnern.

Also was tun? Ich habe ein paar – teils mehr oder wenige realistische – Zukunftsszenarien entworfen:

1. Wir verkaufen NICHT und steigen NICHT auf, ist das Geschrei groß.
Eintrittswahrscheinlichkeit: 35%

2. Wir verkaufen und steigen NICHT auf.
Eintrittswahrscheinlichkeit: 45%

3. Wir verkaufen und steigen auf.
Eintrittswahrscheinlichkeit: 25%

4. Wir verkaufen NICHT und steigen auf.
Eintrittswahrscheinlichkeit: 65%

5. Wir verkaufen NICHT – Simon Zoller erleidet eine mysteriöse Bauchmuskelzerrung und fällt für den Rest der Saison aus. Er wechselt am Ende der Saison für 500.000 € zum SC Freiburg. Das Gesamtpaket hat gestimmt.
Eintrittswahrscheinlichkeit: Neeee.

6. Wir verkaufen – zwischenzeitlich machen sich Gerüchte breit, das Geld solle in Miro investiert werden. Ein Insider berichtet, er habe seine Kinder schon in der Schule in Kusel angemeldet.
Eintrittswahrscheinlichkeit: 100%. Insider lügen nie.

7. Wir verkaufen – und holen als Ersatzmann einen israelischen Top-Stürmer. Das Wechselprozedere zieht sich allerdings über mehrere Monate. Am Ende wechselt er für 1,5 Mio. €, zwei Schafherden und einem Kamel zum FCK.
Eintrittswahrscheinlichkeit: 134% – laut einer offiziellen Meinung des ADAC.

8. Wir verkaufen NICHT – Simon Zoller schießt das entscheidende Tor zum Einzug in das DFB-Pokal Finale. Acht Millionen FCK-Fans machen sich auf den Weg nach Berlin.
Eintrittswahrscheinlichkeit: 70%.

9. Wir verkaufen NICHT – Simon Zoller schießt uns mit einem Hattrick gegen die TSG 1899 Hoffenheim in der Relegation in die 1. Bundesliga. Am Folgetag benennt Dietmar Hopp seine Firma von SAP in FCK um.
Eintrittswahrscheinlichkeit: 1899%

10. Wir verkaufen – der Ölscheich des FC Fulham meldet sich am Folgetag. Er habe Youtube-Videos von 1998 gesehen und sie für aktuell gehalten. Einen Stürmer von einem Zweitligisten wolle man nicht.
Eintrittswahrscheinlichkeit: gar nicht soo unwahrscheinlich

11. Wir verkaufen – Simon Zoller wechselt im Folgejahr vom FC Fulham zu Real Madrid.
Eintrittswahrscheinlichkeit: Bei unserem Glück wohl mindestens 90%

12. Wir verkaufen NICHT – Marco Kurz meldet sich zu Wort: Der FCK hätte eine wahnsinnige Kompaktheit in der Offensive und wäre somit in der Lage, den Bock in Richtung Aufstieg umzustoßen. Franco Foda ist der Meinung, dass er unter ihm mindestens 65 Tore geschossen hätte.
Eintrittswahrscheinlichkeit: Wir sprechen nicht von Wahrscheinlichkeiten, sondern gucken nur von Spiel zu Spiel.

13. Wir verkaufen NICHT – Simon Zoller schießt in seinen ersten beiden Ligatoren kein Tor. Im nächsten trifft er freistehend die Latte und wird vor der Westkurve ausgepfiffen. Simon „Söldner“ Zoller ist vielfach zu hören.
Eintrittswahrscheinlichkeit: Bei uns doch nicht… 2%.

14. Wir verkaufen NICHT – Simon Zoller wird zur WM 2014 berufen und verdrängt Miro Klose aus der Startelf. Der FCK steigt auf und wird Deutscher Meister. Im Folgejahr übernimmt der FCK 100% der Anteile am FC Fulham. Parallel wird die Erde von Außerirrdischen befallen und in Deutschland sinken die Preise für Strom und Benzin.
Eintrittswahrscheinlichkeit: Error. Error. Error. Das System zerstört sich in wenigen Sekunden von selbst.

Wenn der Wurm drin ist

Jeder kennt diese Tage, an denen alles schief läuft:

Der Haustürschlüssel klemmt und bricht ab.
Die sonst immer grünen Ampeln sind alle rot.
Beim Aussteigen tritt man in Hundemist.
Beim Frühstück kippt der Kaffee auf die Tastatur.
In der Mittagspause landet ein platzierter Schuss Taubenschiss auf der Jacke.

Die Abwärtsspirale, die aus heiterem Himmel und ohne Vorwarnung den Tag zur Vollkatastrophe macht. Die Tage, an denen man lieber im Bett hätte bleiben sollen.
Und selbst dann wäre vermutlich das Lattenrost gebrochen und hätte selbiges mit dem Genick getan. Das sind diese Tage an denen nichts geht.

Und diese Tage können auch mal zu Wochen und Monaten werden.
Besonders im Fußball. So finden sich Mannschaften mit überragenden Einzelspielern auch mal am Tabellenende wieder und keiner weiß warum. Andere laufen ihren Erwartungen hinterher, machen alles richtig und verlieren trotzdem.

Im Fußball gibt es für dieses Phänomen eine sehr treffende Beschreibung:
Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.

Und ja, beim FCK ist so eine kleine (Mini-) Phase gerade akut: Zwei aufeinanderfolgende Niederlagen in der Liga. Von Krise gar nicht zu sprechen, doch ist zumindest der Wurm drin.

Kaum war die Tabellenführung erobert, so glitt sie uns wieder wie Wachs aus den Händen. Vier bzw. fünf Punkte Rückstand auf die Aufstiegsplätze sind nicht die Welt – und trotzdem kommen unweigerlich die Gedanken an das bekannte Gespenst in uns hoch: Relegation, bitte nicht schon wieder.

Und was hilft an diesen Tagen? Jammern und motzen schafft Luft und beruhigt das Gemüt, doch nützt es nichts. Die Tage, an denen scheinbar alles gegen einen gerichtet ist, werden immer mal wieder kommen.

Es gibt kein Patentrezept. Dagegenhalten ist die einzige Möglichkeit. Das Glück erzwingen. Die Abwärtsspirale mit kleinen Schritten stoppen. Aus Fehlern lernen. Das Positive sehen.

Schlüssel abgebrochen? Eine gute Gelegenheit, sich ein paar Ersatzschlüssel anfertigen zu lassen. Alle Ampeln rot? Zeit, mal eine neue Strecke auszuprobieren. Tritt in den Hundemist? Die Schuhe hatten ohnehin mal wieder eine Säuberung nötig. Kaffee auf der Tastatur? Vielleicht den Kaffee demnächst in der Küche trinken. Taubenschiss auf der Jacke? Wenigstens hat es keiner gesehen.

Mund abputzen und weitermachen, wie man im Fußball so schön zu sagen pflegt.

Der FCK hat das Potential, einen der ersten beiden Plätze zu belegen. Dabei bleibt’s.
Und vielleicht waren die Niederlagen gar nicht so schlecht.
Düsseldorf hat gezeigt, wie man uns zuhause knacken kann.
Jetzt weiß das Team zumindest, woran es zu arbeiten gilt.

Ich bin mir sicher, dass der Siegeszug weitergeführt wird.
Dafür sind wir einfach zu gut.
Am Freitag gibt es drei Punkte gegen Paderborn, in Ingolstadt noch drei Auswärtspunkte.
Dann sieht die Welt schon viel besser aus. Und die Tabelle auch.

Ein Aufruf an alle Passagiere

Liebe Passagiere der Unzerstörbar: Bitte bewahren Sie Ruhe. Es gibt keinen Grund zur Panik. Na gut, ein wenig vielleicht. Die gegenwärtigen Turbulenzen sind die Folge einer starken Brise aus dem tiefen Westen. Trotzdem können die Sauerstoffmasken noch mit gutem Gewissen unbenutzt bleiben. Es handelt sich lediglich um Ergebnisturbulenzen.  

Zugegeben: Die Maschine unserer Linie Unzerstörbar mit der Flugnummer KL1900 gleitet nicht mehr problemlos. Das heißt allerdings lange noch nicht, dass wir unseren Zielflughafen Bundesliga nicht auch erreichen werden.

Apropos Sauerstoffmaske: Davon hätte ich gestern Abend in der 86. Minute eine benötigt. Fortounis tankt und dribbelt sich durch die Abwehrreihen und schießt den Ball 17 Meter vorm Tor mit 960 km/h über das Gehäuse. Warum? Warum? Warum?

Wenn es ein Merkmal gibt, woran man sofort erkennt, dass wir nicht der FC Barcelona sind, dann das. Gute Spieler zielen jeden Ball auf’s Tor, herausragende Spieler gucken sich die Ecke aus und Weltklassespieler schießen in die andere Ecke. Das unterscheidet die Spreu vom Weizen.

Und dann war da noch Ruben Jenssen. Das Startelfdebut des Norwegers erinnerte mich phasenweise stark an einen ehemaligen linken Außenverteidiger aus Dänemark. Nicht nur wegen der anmutenden Namensgleichheit, sondern aufgrund der immer gleichen Rückpassmuster. Immer nur der Sicherheitspass nach hinten. Vielleicht ist das auch so ein skandinavisches Ding. Die Volvo’s unter den Fußballern.

Wie dem auch sei: Der Frust sitzt tief nach so einer Nullnummer. Nun heißt es Ruhe bewahren. Eine gerne genutzte Phrase, aber sie ist ja wahr. Köln und Union sind 5 Punkte voraus, so ist der Stand der Dinge. Ob sie jetzt ebenso davon ziehen, wie Hertha und Braunschweig letztes Jahr? Ja! Nein! Vielleicht! Wer weiß das schon. Zumindest machen sie nicht den Eindruck, dass sie die komplette Liga in Grund und Boden spielen. Wir zwar auch noch nicht, aber die Saison ist ja noch lang.

Der Schmetterlingseffekt

Kleine Dinge können den Verlauf der Geschichte verändern. In der Wissenschaft spricht man hierbei von dem sogenannten Schmetterlingseffekt (englisch butterfly effect). Ein Effekt, bei dem in komplexen, nichtlinearen dynamischen Systemen eine große Empfindlichkeit auf kleine Abweichungen in den Anfangsbedingungen besteht. Das bedeutet: Geringfügig veränderte Anfangsbedingungen können im langfristigen Verlauf zu einer völlig anderen Entwicklung führen.

Weniger kompliziert ausgedrückt und auf unseren FCK übertragen: Was wäre gewesen, wenn es an diesem 27.05.2013 anders gekommen wäre? Im Rückspiel der Relegation. In dieser 68. Minute. Beim Stand von 1:1.

Eine Flanke kommt hinein, Mo Idrissou köpft, der Ball landet im Tor. Wenige Sekunden später die Ernüchterung: Abseits, das Tor zählt nicht. Einige Minuten später fällt das 1:2 für Hoffenheim. Es ertönt „Ole-Rot-Weiß“. Der Nichtaufstieg des FCK ist besiegelt.

Aber Stop. Drehen wir die Zeitmaschine wieder etwas zurück.

27.05.2013. Rückspiel der Relegation. Wir schreiben die 68. Minute. Es steht 1:1. Eine Flanke kommt hinein, Mo Idrissou köpft, der Ball landet im Tor. Der Blick wandert zum Linienrichter. Die Fahne bleibt unten. Das Tor zählt. Was danach passiert, ist Geschichte. Der FCK spielt sich in einen Rausch und erzielt bis zum Spielende noch weitere zwei Tore. Endstand: 4-1. Der FCK ist wieder erstklassig. Wer genau hinhört, vernimmt die leisen Abschiedsbekundungen der TSG-Fans. Mit Ole-Blau-Weiß verabschieden rund 20 verbliebene Fans ihre Mannschaft.

Der FCK ist zurück in der Bundesliga. Menschen liegen sich in den Armen, der FCK wird in ganz Fußballdeutschland gefeiert. Die nächsten Tage verbringen alle, die es mit dem FCK halten, in einem Vollrausch auf Dopamin. Doch schon bald kommt der Kater – der die auch zuvor schon vorhandenen Zweifel und Sorgen wieder freilegt.

Sind wir überhaupt erstligareif?

Unser Aufstiegstrainer Franco Foda erklärt sich selbst zum Jahrhunderttrainer, empfindet offenbar selbst keinen dieser Zweifel und Sorgen, die die Fans beim Gedanken an die nächste Saison mit sich tragen.

Willkommen in der Bundesliga: Wir schreiben den 10. Spieltag und stehen mit einem mageren Pünktchen und 3:18 Toren am Tabellenende der Bundesliga. Im ersten Spiel half uns noch der Schwung aus der Relegation. Ein Unentschieden zum Saisonbeginn, ab dann hagelte es nur noch Niederlagen. Da können wir noch so laut schreien, die Spieler laufen wie verängstigte Hasen über den grünen Rasen. Es scheint, als wollten 11 Einzelakteure zumindest ihre Haut retten. Keiner will den Ball, weil keiner weiß, was er damit anfangen soll.

Foda’s Kredit war spätestens nach der zweiten Niederlage aufgebraucht. Unser Weg ist vorgezeichnet: Der FCK wird gnadenlos aus der Liga geschossen, dafür muss man kein Prophet sein. Der Verein hat sich offenbar heute schon seinem Schicksal ergeben: Willkommen im biederen Kreis der Fahrstuhlvereine. Und eine Frage stellt sich:

Wären wir vielleicht doch besser nicht aufgestiegen?

Wäre doch dieses vermeintliche Abseitstor in der 68. Minute gegen Hoffenheim nicht gegeben worden. Idrissou stand mit dem Kopf im Abseits. Das war den Fernsehbildern eindeutig zu entnehmen. Der Linienrichter hat es anders gesehen. Die TSG Hoffenheim hadert heute noch mit der Entscheidung. Wir mittlerweile auch.

Wie gerne würde ich dieses kurzfristige Glücksgefühl dagegen eintauschen, eine Mannschaft zu sehen, die der ersten Liga gewachsen ist. Mit einem Trainer, der ihr gewachsen ist. Mit Konzept, mit Handschrift, mit Ideen. Die Zweifel und Sorgen waren berechtigt. Wir hätten niemals aufsteigen dürfen. Hätten wir lieber diesen Rückschritt gemacht, um vielleicht zwei nach vorne gehen zu können. Wäre das Tor doch einfach abgepfiffen worden. Das Glücksgefühl des Aufstiegs hat uns geblendet. Es würde nicht reichen – das war vielen klar. Spielerisch und taktisch zu limitiert, als das wir eine Chance hätten.

Der FCK ist am Ende

Die Fans sind es leid. 20.000 Zuschauer zu einem Bundesligaspiel. Wann hat es das zuletzt gegeben? Eintracht Braunschweig hat einen mageren Punkt mehr als wir und feiert ihre Mannschaft, als wenn sie jeden Gegner mit 6:0 vom Platz fegen würde. Wir sind Opfer unserer eigenen Erwartungen. Dabei erwarten wir doch gar nicht so viel. Nur einen Trainer und eine Mannschaft, mit der wir uns identifizieren können. Das tun wir nicht mehr. Der nächste Abstieg könnte dem FCK endgültig das Genick brechen.

Zurück in der Realität

Keine Esotherik, kein Voodoo-Zauber, kein Job bei Astro-TV – ich denke, ich bin mit der Meinung nicht alleine: Es ist genau richtig, so wie es gekommen ist. Vielleicht mussten wir einfach diesen Schritt zurückgehen, um zwei nach vorne zu machen.

Wer den FCK der Gegenwart sieht und erlebt, spürt diese 2 Schritte vorwärts. Das Team hat Zukunft. Noch ist es zu früh, den Tag vor dem Abend zu loben, aber dieses Team mit diesem Trainer ist aufstiegsfähig. Und fähig, sich in der ersten Liga zu halten. Und fähig, die Zuschauer zu begeistern. Und fähig, verlorengegangene Sympathien zurückzugewinnen. Aber vor allem fähig, um Kapitel in die FCK-Memoiren zu schreiben, die andere Überschriften als „Klatsche in Aalen“ oder „Blamage in Sandhausen“ tragen.

Viele haben es vor Monaten schon gedacht, nur wenige haben es auch ausgesprochen: Der FCK sollte besser nicht aufsteigen. Nicht mit diesem Trainer, nicht mit Franco Foda. In den Relegationsspielen gegen Hoffenheim ging es dann um etwas Höheres. Da war der Wunsch danach, dieses Projekt in die zweite Liga zu schießen stärker, als der Blick in die Realität. Die Realität, dass ein Aufstieg weder verdient, noch gut für den FCK gewesen wäre.

Alles ist gut, so wie es ist. Der FCK braucht die Täler, das war doch schon immer so. Dieses Tal – der verpasste Aufstieg im Relegationsrückspiel gegen Hoffenheim – war notwendig. Vielen Dank an das Schiedsrichterteam rund um Florian Meyer. Vielen Dank, dass Sie dieses Tor in der 68. Minuten nicht gegeben haben. Es hat einen notwendigen Prozess in Gang gesetzt, deren Ergebnis uns heute deutlich positiver in die Zukunft blicken lässt. Manchmal ist die bittere Pille langfristig die schmackhaftere. Dinge, die im ersten Moment als Katastrophe wirken, entpuppen sich auf Dauer als genau richtig. Nicht nur im Fußball, nicht nur beim FCK, aber vor allem da.

Aufwärtstrend: Die FCK-Aktie steigt

Im Fußball werden Helden genauso schnell geboren, wie sie zum Teufel gejagt werden. Gute Spiele verzerren das Bild, ebenso wie schlechte. An dem einen Tag fühlt man sich noch an die glorreichsten Tage des Vereins erinnert, an den anderen verliert man den Glauben daran, dass es sich noch um einen Profiverein handelt. An dem einen Tag hofft man, es geht ewig so weiter – an dem anderen Tag hofft man, dass der Absturz in die Bedeutungslosigkeit überhaupt noch zu stoppen ist. Das ist der Lauf der Dinge. Die Gegenwart beeinflusst das Bild, das man sich für die Zukunft ausmalt.

An diesem Tag im späten September schlägt es wieder mal in die positive Richtung aus. Noch vor wenigen Wochen drohte eine trockene Saison mit bitterem Ende. Nicht viel später, genauer gesagt heute, fällt es schwer zu glauben, dass der FCK-Express in dieser Saison noch aufzuhalten ist. Endstation: Bundesliga-Aufstieg.

Die Gegenwart ist mit Superlativen kaum zu beschreiben: In Köln dominiert, Hertha BSC aus dem Stadion geschossen, 1860 München in einer Weise auseinandergenommen, wie man es selten gesehen hat. Die Tage, an denen man die Bedeutungslosigkeit schon kommen sah, scheinen schon so fern – und sind es bei weitem nicht.

Hoch und runter in einem Wahnsinnstempo. Immer in der Hoffnung, dass der positive Lauf deutlich länger anhält als die Talfahrt.

Wie an der Börse

Auch hier verzerrt das Bild der Gegenwart den Blick für die Zukunft. In Zeiten eines Bärenmarkts sieht alles trist und grau aus. Die Menschen sind pessimistisch und ziehen ihr Geld zurück. In Zeiten eines Bullenmarkts sind die Menschen optimistisch und schenken Vertrauen, investieren und profitieren zugleich.

Unendlich viele verschiedene Faktoren bestimmen die Aktienkurse von heute, Indikatoren geben Hinweise auf die Kurse von Morgen: Arbeitslosenquote, Wirtschaftswachstum, der Geschäftsklimaindex, Quartalszahlen der Unternehmen. Wohin bewegt sich der Markt? Im Bullenmarkt gibt’s eine Rally nach oben, im Bärenmarkt den stetigen Abwärtstrend.

Jeder, der den FCK begleitet, spürt es: Die Indikatoren zeigen nach oben. Die nackten Zahlen sprechen für sich – und nicht nur die. Man muss kein messerscharfer Analytiker zu sein, um vorauszusagen: Der FCK-Express nimmt Fahrt auf. Das wird sich – neben den Ergebnissen – auch schon bald in den deutlich steigenden Zuschauerzahlen niederschlagen.

Auch der Zeitpunkt stimmt. Häufig entwickelt sich ein Bullenmarkt, wenn der tiefste Punkt – der Boden – erreicht ist. Wir haben unseren Boden (der Tatsachen) bereits erreicht. In Sandhausen und Aalen.

Aber Vorsicht

Wäre der FCK eine Aktie, könnte man durchaus von einer gesteigerten Volatilität sprechen. Auf und ab sind uns mehr als bekannt: Nicht die Sicht vernebeln lassen, Schwankungen einkalkulieren und investieren. Vor allem Vertrauen. Kein Aktienkurs schnellt unaufhörlich nach oben. Schwankungen sind normal, solange die Tendenz nach oben zeigt.

Wäre ich Börsenanalyst und der FCK wäre an der Börse notiert, gäbe es nur eine Empfehlung: Legt euch FCK-Aktien zu. In Form von Tickets für das Auswärtsspiel in Bielefeld, Tickets für die nächsten Heimspiele und vor allem das Auswärtsspiel im Pokal bei Union Berlin.

Jetzt ist die Phase, die vom Bärenmarkt gebeutelte FCK-Seele wieder zu regenerieren. Die Zeit bis zur Winterpause darf genutzt werden, den emotionalen Verlust der letzten Zeit wieder aufzuholen. Es ist Zeit für einen Bullenmarkt. Investieren und gewinnen, vor allem Vertrauen. Zu erwartende Rendite: Unbezahlbar.