Das gibt es nur in Kaiserslautern

»Es ist einmalig in der Bundesliga-Geschichte, dass Verantwortliche, die auch viel Positives für den Verein geleistet haben, in der Öffentlichkeit so platt gemacht wurden und immer noch werden. Das gibt es nur in Kaiserslautern.«

Dieses Zitat von Hans-Peter Briegel machte diese Woche die Runde. Gefunden im Artikel „Die Platz-Patrone“ auf 11Freunde.de. Und trotz zweiseitigem Inhalt war es vor allem dieser Schnipsel, über den diskutiert wurde. Der breite Tenor: Ja, da ist was dran – das gibt’s tatsächlich nur in Kaiserslautern. Zum Teufel mit uns Nörglern, dem undankbaren Pack. Die armen Verantwortlichen – was müssen sie nur alles erleiden.

Aber zum Glück gibt es da ja 1-2 Dinge, die es so auch nur in Kaiserslautern gibt

Zum Beispiel, dass nach einem Beinaheabsturz in die Drittklassigkeit (!!) Spieler und Verantwortliche in den Himmel gehoben und gefeiert werden, als wenn Meisterschaft, Championsleague und Weltpokal in einem errungen wurden: Das gibt es auch nur in Kaiserslautern.

Oder das ein ganzes Stadion – wie im Relegationsrückspiel gegen Hoffenheim – sich und seinen Verein trotz aussichtsloser sportlicher Lage und verpasstem Aufstieg feiert. Besser als jede Marketingkampagne der Welt: Das gibt es auch nur in Kaiserslautern.

Oder der einfache Fakt, dass die ach so undankbaren Pfälzer bei einer simplen Grätsche am Seitenaus in fanatische Zustände zu versetzen sind: Das gibt es nur in Kaiserslautern.

Die armen Verantwortlichen – sie können einem schon leid tun. Aber sind wir ehrlich: Natürlich ist an dem Zitat auch etwas dran. Nirgendswo anders ist es so leicht, die Menschen zufrieden zu stellen, aber nirgendswo anders sind die Reaktionen der Menschen auch so drastisch, wenn sie es nicht sind.

Unser Verein bewegt sich immer in Extremen.

Himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt.  Es gibt nichts dazwischen. Darunter leiden im negativen Extrem auch zwangsläufig Spieler und Verantwortliche.

Srdjan Lakic kann ein Lied davon singen. Als Verantwortlicher (für das Tore schießen) bekam er den vollen Frust der Lautrer’ Fans ab, als er sich vorzeitig zum Wechsel nach Wolfsburg entschied.

Ebenso der gesamte Kader aus der Beinahe-Abstiegssaison, der zum Abschuss frei stand. Nach der Heimniederlage gegen Hoffenheim im Jahr 2008 vor der wütenden Westkurve, gefüllt mit einer Horde wildgewordener Zombies – so muss es sich für die Spieler zumindest angefühlt haben.  Ja, auch das gibt es in dem Maß nur in Kaiserslautern.

Als Verantwortlicher hat man es beim FCK sicher nicht leicht. Im dem einen Moment noch Held – im nächsten schon vom Berg gejagt. Aber das gibt’s ja auch woanders – wobei es bei den Fürth‘s, Braunschweig‘s oder Augsburg’s dieser Welt ein wenig entspannter zugeht.

Da freut man sich über Erfolge. Verantwortliche werden gefeiert. Und wenn dann doch der Abstieg naht – ja, dann ist das halt so. Niemand reißt einem den Kopf ab. Bei uns im übertragenen Sinne schon. Und dafür braucht es noch nicht mal einen Abstieg – da reichen auch schon 2 Niederlagen am Stück. Eigentlich hätte kein Verein den Namen Diva mehr verdient als unser.

Also liebe Verantwortliche der Zukunft: Überlegt euch gut, ob ihr Euch das in Kaiserslautern antun wollt. Hier kann man sich für Banalitäten ein Denkmal verdienen – und ebenso schnell zum Teufel gejagt werden. Das volle Programm? Das gibt’s halt nur in Kaiserslautern!

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